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  Traubenkirsche (Prunus padus) 
Rosengewächse / Rosaceae Steinobstartige / Prunoideae · Grape-like Cherry

Schlüsselbegriffe der Seelenzustände: Verlassenwerden, Konflikt, Aggression

positiver Zustand / unterstützt:
Sich wahrhaft spürbar machen, eine Konfliktfläche zu bieten, Konflikte am richtigen Platz austragen, wahrhaftige Nähe zu Menschen.

blockierter Zustand / gestört:
Aggressionsgeladene menschliche Beziehungen; angst sich zu zeigen, aus Furcht, verlassen zu werden, fühlt sich zu kurz gekommen und unterdrückt.


   Einleitung   

ie Traubenkirschenessenz unterstützt dabei, Konflikte am richtigen Platz auszutragen, bezogen auf das wirklich auslösende Geschehen und mit dem richtigen Menschen. Sie fördert den Mut, das Risiko einzugehen, seinen Platz zu beanspruchen, sich wahrhaft spürbar zumachen und sich von der Angst zu befreien, dann verlassen zu werden. Sie ist eine Hilfe, eine wahrhaftige Kontaktfläche zu bieten, die Andere berühren und an der sie sich reiben können, eine Unterstütz-ung zur Entwicklung wahrer mensch-licher Nähe.





   Botanik   

ie Traubenkirsche ist ein mittelgroßer, oft mehrstämmiger Baum (bis 15m), und wächst häufig an feuchten Standorten in Auwäldern und an Wasserläufen. Die Blätter sind elliptisch-zugespitzt, kleiner als bei den Kulturkirschen und etwas runzlig. Die Blüten erscheinen im Mai in reichblütigen hängenden Trauben (also viele Blüten an  einem gemeinsamen Stiel)  und  duften

sehr stark süß-bittermandelartig. Der beste Zeit-punkt für die Bereitung einer Blütenessenz ist, wenn Blüten aller Entwicklungsstadien - von Knospen bis leicht verblüht - gleichzeitig an einer Traube zu sehen sind.


   »Täter« und »Opfer« Rollen   

ur Erforschung dieser Pflanze wurde ich (P.E.) angeregt in einer Situation, in der ich unter starkem Druck stand. Mein Umgang mit nahestehenden Menschen war von unterdrückter Wut und immer wieder ausbrechender Aggressivität geprägt. Ich fühlte mich gefesselt, in meiner Entfaltung behindert und manchmal glaubte ich wild um mich schlagen zu müssen, um mich behaupten zu können. Nicht daß ich körperliche Gewalt tatsächlich ausgeübt hätte - mein Naturell und/oder erworbene Hemmung hielten mich davon ab - aber der Impuls zur Gewalt war doch deutlich spürbar; manches Wortgefecht und manche Rücksichtslosigkeit wirkten verletzend genug.
In dieser Seelenstimmung wurde ich von einer blühenden Traubenkirsche angesprochen. Von Anfang an fühlte ich mich sehr an die CHERRY PLUM/Kirschpflaume von den Bachessenzen erinnert - schon der Duft der Blüten ist so ähnlich. Mehr noch auf der seelischen Ebene: sie berühren beide das Thema der unterdrückten Aggression.
Bei der Kirschpflaume ist bekannt, dass der innere Druck durch eine übertriebene Selbstkontrolle entsteht, die aggressive Impulse unterdrückt und aufstaut. Dies scheint für die Traubenkirsche auch zu stimmen. Eine erste Besonderheit ist aber der Aspekt der Gemeinschaft, der sich bei der Betrachtung des Blütenstandes aufdrängt. Die Anderen sind es, die mich unter Druck setzten, die Anderen müssen es ertragen, wenn ich diesen Druck auf verletzende Weise entlade. Es sind so geladene Beziehungen, die von der Traubenkirsche angesprochen werden, wo sich die "Täter" - und "Opfer" - Rollen undurchschaubar verwickeln und schließlich alle leiden. Gewalt und Gegengewalt schaukeln sich auf, und niemand bringt mehr das Vertrauen auf, die Angriffe zu beenden, weil nur sie die beste Verteidigung zu bieten scheinen.

Mir ist dann mit der Traubenkirsche etwas klar-geworden, wie solche Situationen entstehen können: wenn ich Konflikte verschiebe. Erlebe ich z.B. einen Konflikt mit meiner Partnerin auf irgendeinem Gebiet und trage ihn dann nicht dort aus, halte mich zurück und verschiebe die Auseinandersetzung, so laufe ich die ganze Zeit mit einem angestauten Ärger herum. Kommt es danach zu einem vielleicht ganz banalen Streit über die nicht zugemachte Zahnpastatube, einem kleinen, an sich leicht zu lösenden Konflikt, ist schnell die ganze angestaute Aggression mit im Spiel. Aber keiner der Beteiligten versteht in dem Augenblick, warum diese Kleinigkeit soviel Ärger hervorrufen kann. Und so schwelt auch die Zahnpastageschichte ungelöst weiter, der innere Druck steigt wieder ein bißchen und bei der nächsten Gelegenheit...
Wirklich interessant wird es nun bei der Frage, was ich denn davon habe, mich so zu verhalten. Es mag (für Andere) noch so destruktiv aus-schauen, es muß da ein "Nutzen" sein, wenn ich Konflikte auf diese Weise verschiebe. Auch dazu hat die Bekanntschaft der Traubenkirsche eine Einsicht vermittelt, die aber schwer anzunehmen war. Sie läßt sich so beschreiben:

Einen Konflikt auszutragen heißt, mich spürbar zu machen, mich zu zeigen, wie ich bin. In mir ist aber eine Angst, die sagt, mich zu zeigen und meinen Raum auszufüllen hätte zur Folge, verlassen zu werden. Ich vermeide Konflikte, um dieser Angst zu entgehen.





   Angst vor dem Alleinsein   

assen wir das entstandene Bild zusammen. Der Traubenkirsche- Typ ist in der Angst, alleine gelassen zu werden, wenn er sich spürbar macht. Darum vermeidet er das Austragen von Konflikten, macht seine Grenzen nicht deutlich und fühlt sich so oft zu kurz gekommen und unterdrückt. Die hier aufkommende und not-wendige Aggression (es ist geradezu eine Definition von Aggression: Kraft, die der Wahrung von Grenzen dient) wird aufgestaut und irgend-wann zwangsläufig am falschen Platz geäußert. Wie so häufig zieht die Angst genau das herbei, was sie befürchtet. Jemand der nicht spürbar ist, hat auch keinen echten Kontakt zu seinen Mitmenschen, ist also im Grunde das, was er vermeiden will, nämlich einsam. Auch führt das Streiten aus der fehlgeleiteten Aggression heraus, ohne den passenden, richtigen Anlaß, leicht dazu, dass die Anderen sich zurückziehen.

Wenn auch manche der Betroffenen eine gewisse Befriedigung darin finden, sich um Nichtigkeiten zu zanken, ist das doch nur ein schwacher Ersatz für die verlorengegangene Lebendigkeit und Gemeinsamkeit.

Die Traubenkirschenessenz ist eine Hilfe, sich mehr und mehr zu trauen, seinen Platz einzu-nehmen, sich wahrhaft spürbar zu machen, eine Konfliktfläche zu bieten, die Andere berühren und an der sie sich reiben können. Sie unterstützt dabei, Konflikte am richtigen Platz auszutragen, bezogen auf das wirklich auslösende Geschehen und mit dem richtigen Menschen. Es entsteht der Mut, auf Kontrolle zu verzichten, sich freier zu äußern und sich der Antwort auszusetzen. Der Mensch wird aus sich heraus lebendiger und gewinnt an Nähe zu den Mitmenschen.